Zum Inhalt springen
FM-Connect Chat

Hallo! Ich bin Ihr FM-Connect Chat-Assistent. Wie kann ich Ihnen helfen?

FM-Solutionmaker: Gemeinsam Facility Management neu denken

Lagerumzug und Materialfluss sichern

Facility Management: Umzugsmanagement » Umzugsplanung » Lagerverlagerung

Lieferfähigkeit ist das Primärziel

Bei Lagerverlagerungen steht nicht das Bewegen von Beständen, sondern die Aufrechterhaltung der Liefer- und Versorgungsfähigkeit im Vordergrund. VDI 4496 beschreibt Umzugsmanagement für Lager und unterscheidet unter anderem lagerinterne Verlagerungen, Standortwechsel und Teilumzüge. Das Umzugskonzept legt fest, welche Sortimente wann am Alt- oder Zielstandort verfügbar sind, wie Bestände zwischen beiden Standorten geführt werden und welche Mindestservicelevels einzuhalten sind. Die physische Verlagerung wird damit konsequent aus Sicht des Materialflusses und der Versorgung des Kerngeschäfts geplant. Für jedes Sortiment wird festgelegt, ob Verfügbarkeit, Durchsatz, Bestandssicherheit oder Liefertermin die führende Größe ist. Diese Priorität bestimmt die Reihenfolge der Umzugswellen.

Versorgung sichern und Warenströme stabil halten

Bestände und Bewegungen synchronisieren

Vor der Verlagerung werden Bestände bereinigt, Artikel klassifiziert und Umzugslose gebildet. Kritische, schnell drehende oder produktionsrelevante Artikel benötigen andere Strategien als Langsamdreher oder Reservebestände. Jede physische Bewegung muss mit der Buchung im Lagerverwaltungssystem synchronisiert werden. Für Übergangsphasen mit zwei Standorten sind klare Regeln für Wareneingang, Kommissionierung, Rückläufer, Inventurdifferenzen und Sperrbestände erforderlich. Ohne diese Kopplung können physisch vorhandene Bestände systemisch unsichtbar oder doppelt verfügbar erscheinen. Inventuren oder Teilinventuren werden so eingeplant, dass sie die operative Versorgung nicht unnötig unterbrechen. Differenzen werden vor weiterer Umlagerung geklärt, wenn sie die Zuverlässigkeit der Systembestände gefährden.

Steuerungsfeld

Vor Umzugswelle

Abschlusskriterium

Bestand

Artikel/Los eindeutig klassifiziert

physisch und systemisch abgeglichen

IT/LVS

Zielplätze, Scanner, Schnittstellen getestet

Buchungen fehlerfrei

Materialfluss

Ein-/Auslagerung und Notverfahren geprüft

Ende-zu-Ende-Prozess funktioniert

Servicelevel

Mindestversorgung definiert

Lieferfähigkeit eingehalten

Welle

Kapazität und Verantwortungen freigegeben

Restpunkte bewertet, nächste Welle freigegeben

Materialfluss am Ziel vor Befüllung testen

Vor dem ersten Bestandstransfer wird die Zielanlage mit ihren Förderwegen, Lagerplätzen, Scannern, Etiketten, Schnittstellen und Buchungsprozessen getestet. Bei automatisierten Systemen gehören Lagerverwaltung, Materialflusssteuerung, Fördertechnik und gegebenenfalls Regalbediengeräte in einen abgestimmten Testplan. Notbetriebs- und manuelle Ersatzverfahren werden für kritische Warenströme vorbereitet. Erst wenn Einlagerung, Kommissionierung und Auslagerung Ende-zu-Ende funktionieren, sollte das betroffene Sortiment freigegeben werden. Bei automatisierten Lagern werden Störfälle wie Ausfall von Fördertechnik, Scanner oder Schnittstellen vorab simuliert. Manuelle Ersatzverfahren müssen mengenmäßig realistisch und personell besetzt sein.

Umlagerung in steuerbare Wellen teilen

Die Umlagerung wird in Wellen strukturiert, deren Umfang zur Aufnahmefähigkeit des Zielsystems und zur verbleibenden Lieferfähigkeit des Altlagers passt. Kapazitäten für Transport, Entladung, Einlagerung und Bestandsprüfung werden gemeinsam geplant. Für jede Welle gibt es Startkriterien, Bestandsabgleich und Abschlusskontrolle. Abweichungen werden unmittelbar geklärt, bevor die nächste Welle denselben Fehler vervielfacht. Bei externen Zwischenlagern werden Eigentum, Zugriff, IT-Buchung und Rücktransport besonders eindeutig geregelt. Wellen werden außerdem an verfügbare Verpackungsmittel, Ladehilfsmittel, Stapler, Fahrer und Zielpersonal angepasst. Der Engpass kann somit außerhalb des eigentlichen Transports liegen.

Lagerübergabe mit Bestandsabgleich abschließen

Zum Abschluss werden physische Bestände und Systembestände abgeglichen, offene Differenzen bearbeitet und temporäre Lagerorte bereinigt. Servicelevel, Durchsatz und Fehlerquoten werden während des Hochlaufs überwacht. Die Betreiberverantwortung für Technik, Lagerorganisation und Systembetrieb geht mit dokumentierten Restpunkten an die Linienorganisation über. Damit entsteht eine eigenständige fachliche Seite, die bestehende allgemeine Ausführungen zu Hochregallagern um eine methodische Steuerung der Bestands- und Lieferfähigkeit ergänzt. Nach der letzten Welle werden auch zurückgelassene Restbestände, Leergut und temporäre Pufferflächen bereinigt. Erst dann ist der alte Standort lagerseitig vollständig freigegeben.